Only for you – Die Kunst der Verschlusselung. Diesen Titel hat eine Sonderausstellung im Verkehrshaus der Schweiz in…

Nur für deine Augen

Only for you – Die Kunst der Verschlüsselung. Diesen Titel hat eine Sonderausstellung im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. Der Kurator der Hallen «Kommunikation», Christian Scheidegger, zur Wissenschaft der Kryptologie.

Was ist Kryptologie?

20Christian Scheidegger: Kryptologie umfasst zwei Begriffe. Die Kryptographie beschäftigt sich mit der Frage, wie Informationen verschlüsselt werden können, zum Schutz vor unbeteiligten Dritten. Die Kryptoanalyse hingegen versucht, solche Verschlüsselungen zu brechen. Vor allem auch militärische Stellen betreiben hier Forschung.

Wie lauten die berühmtesten Geschichten rund um die Kryptologie?

Scheidegger: Davon gibt es viele. Oft unterliegen solche Geschehnisse aber noch heute einer gewissen Verschwiegenheit, so dass es schwierig ist, sie nachzuvollziehen. Die wohl berühmteste Geschichte dreht sich um die deutsche Codiermaschine «Enigma». Im Zweiten Weltkrieg verschlüsselten die Nazis damit ihren Funkverkehr. Die Alliierten konnten aber dank einer Art Computer praktisch während des ganzen Krieges trotzdem mithören. Manche Historiker vertreten die Ansicht, dies habe den Krieg verkürzt.

Welche Techniken zur Verschlüsselung gab und gibt es?

21Scheidegger: Die einfachsten Mittel benutzen schon K inder: Geheimschriften oder unsichtbare Tinte. Anfangs des 20. Jahrhunderts kamen mechanische Codiermaschinen auf. Heute werden Chips benutzt. Man hat immer die neusten technologischen Möglichkeiten der jeweiligen Zeit genutzt. Die Entwicklung der Computer wird durch die Kryptographie sogar vorangetrieben.

Wie sicher ist denn nun E-Banking oder Online-Zahlungsverkehr?

Scheidegger: Sicherheit ist immer relativ, wobei das Problem nicht bei den einzelnen Transaktionen liegt, sondern bei den Datenbanken. Kreditkartenfirmen speichern die Nummern und Codes von Kreditkarten. Solche Datenbanken müssen vor unerlaubtem Zugriff geschützt werden.

Wie zeigt man in einer Ausstellung das Thema «Kryptologie»?

Scheidegger: Wir zeigen den Werdegang auf. Von 5000 Jahre alten Tontafeln aus dem Irak, auf denen bereits verschlüsselte Passagen existieren, über Chiffriergeräte, welche bis vor kurzem noch als streng geheim klassifiziert waren, bis hin zu möglichen Problemen der Zukunft. Besucher können an Stationen eins zu eins selber kryptographische Verfahren testen.