Sensibilisiert für Datenschutzfragen

10Trogen Im Sozialforum Mittelland treffen sich im Sozial- und Gesundheitsbereich Tätige, Behördemitglieder wie auch Angestellte, ein- bis zweimal im Jahr zu einem Gedankenaustausch. Urs Glaus, Ausserrhoder Datenschutzbeauftragter, äusserte sich kürzlich im Seeblick in Trogen zu Fragen des Datenschutzes in diesem Bereich.

Kritische Einzelfälle

11Ausgehend von der Feststellung, dass Datenschutz im weitesten Sinne auch Persönlichkeitsschutz ist, verlangt der Umgang mit Informationen über die Persönlichkeit Achtung und Respekt. Obwohl das Gesetz dazu die Anwendungsregeln vorgibt, ist der Umgang mit Daten im Einzelfall kritisch, da Kollisionen von Interessen beinahe die Regel sind: Das Sicherheitsbedürfnis des Einzelnen wie der Gesellschaft verlangt nach Daten zur Verminderung von Gefährdungen, andererseits wehrt sich der Einzelne gegen eine breite Daten-Erhebung. Leistungskontrollen von Krankenkassen steht das Patientengeheimnis gegenüber.Die Datenschutzgesetze von Bund und Kantonen basieren auf wenigen Grundregeln. Neben der Rechtmässigkeit der Datenbeschaffung abgestützt auf gesetzlichen Auftrag ist vor allem die Zweckgebundenheit ein wichtiger Punkt. Dies bedeutet, dass Daten weder auf Vorrat noch zu einem andern als dem zum Auftrag gehörenden Zweck erhoben werden dürfen. Neben den Grundsätzen von Treu und Glauben sowie dem der Richtigkeit der Daten hat vor allem der Grundsatz der Datensicherheit eine immer wichtigere Bedeutung. So müssen Daten so archiviert und transportiert werden, dass nur die nach Gesetz berechtigten Personen auch Zugriff und Einsicht haben können. Vor allem der Datenaustausch per E-Mail ist ein ganz heikler Punkt. Für Urs Glaus darf deshalb im E-Mail-Verkehr ein Datentransport nur verschlüsselt erfolgen.

Sensible Daten

12Für den Einzelnen, der wissen möchte, welche Daten über ihn erhoben wurden, besteht ein Recht auf Einsichtnahme, für Änderungen muss eine (anfechtbare) Verfügung erwirkt werden. Eine andere Möglichkeit besteht in der Anrufung des Datenschutzbeauftragten, der eine Art Ombudsmann darstellt.Die rege benutzte Fragerunde zeigte, wie aktuell und brennend das Thema ist. So empfiehlt Urs Glaus für Daten im Sozialhilfebereich eine sichere Aufbewahrung (sowohl physisch wie auch elektronisch), die Erteilung von Auskünften nur gegen Empfängeridentifikation und die Verschlüsselung und Anonymisierung von E-Mails für den Datentransport.Handschriftliche Notizen sind ebenfalls ein heikler Punkt, sie können sowohl Bestandteil einer Datensammlung sein oder auch nicht. Institutionen dürfen Daten höchstens dann austauschen, wenn für einen bestimmten Fall ein innerer Zusammenhang besteht.Hansruedi Langhart, Leiter der Sobam (Sozialberatungsstelle Mittelland) gab seiner Freude Ausdruck, dass das Ziel erreicht worden sei, die Teilnehmenden für Fragen des Datenschutzes zu sensibilisieren.

Quanten-Teleportation über zwei Kilometer

«Scotty beamen»

8Dieser Moment war wohl für viele eines der beeindruckensten Fernseherlebnisse der Kindheit: wenn sich die Crew von Raumschiff Enterprise materialisierte und innert Bruchteilen einer Sekunde aus dem Raumschiff auf einen fremden Planeten beamte. In der Fachzeitschrift «Nature» vom 30. Januar wird mit einem Experiment an Captain Kirks Befehl «Scotty beamen» erinnert. Wissenschaftlern der Universität Genf ist es nämlich gelungen, die Struktur eines Photons (kleinstes Lichtteilchen) auf ein zwei Kilometer entferntes Photon zu übermitteln – eine so genannte Quanten-Teleportation. Damit ist man aber vom Beamen eines Menschen noch Lichtjahre entfernt, denn Materie wurde nicht transportiert.

9Energie und Materie zu teleportieren sei nicht möglich, schreiben die Forscher um Professor Nicolas Gysin. Möglich ist dagegen die Teleportation von Quantenstrukturen. Das heisst, nur die Struktur wird teleportiert, die Materie bleibt und muss am Zielort schon vorhanden sein. Als «spukhafte Fernwirkung» bezeichnete Albert Einstein den folgenden Effekt von Photonen. Die Eigenschaften von Photonenpaaren sind verzahnt. Wird nun der zunächst unbekannte Quantenzustand des einen Lichtteilchens gemessen, nimmt das andere Photon diesen Zustand augenblicklich an. Das ist der Ausgangspunkt der Teleportation, denn dieser Effekt funktioniert auch auf grosse Distanzen. Den Genfer Forschern gelang es nun, die Struktur eines Photons über ein zwei Kilometer langes Glasfaserkabel von einem Labor ins andere zu übermitteln. Ein Quantenzustand wurde von einer Lichtfrequenz auf eine andere übertragen. Früher war das lediglich auf ganz kurze Distanz geglückt.Die erste und mit der vorhersehbaren Technik auch in Bälde einzige Nutzung der Quanten-Teleportation sei die Quanten-Kommunikation. Genauer gesagt die Quanten-Kryptographie, die abhörsichere Verschlüsselung von Daten. Weil die Information unterwegs nämlich gar nicht existiert, kann sie nicht abgehört werden. Am Ort des Senders verschwindet sie und beim Empfänger baut sie sich neu auf. Scotty wirds freuen.

Trotz UMTS kommt das Handy-TV erst in einigen Jahren für das breite Publikum

Warten auf das «Glotzofon»

5Mit jahrelanger Verzögerung erreicht die einst hochgejubelte, dann als Milliardengrab verschrieene dritte Mobilfunkgeneration die Privatanwender: Als erster Schweizer Telekomkonzern will die Swisscom laut Mobilfunk-Chef Carsten Schloter UMTS-Angebote fürs Weihnachtsgeschäft lancieren. Von Orange und Sunrise sind noch keine UMTS-Starttermine bekannt.

Bislang schwache Endgeräte

6Während das UMTS-Netz der Swisscom bereits seit Sommer läuft und eine UMTS-Notebook-Karte für Geschäftsleute seit Ende letzter Woche erhältlich ist, sind geeignete Handys das Damoklesschwert für einen baldigen Massenstart der dritten Mobilfunkgeneration. Bei den bisherigen Geräten ist die Batterie ruck, zuck leer, und die Bildschirme sind zu schwach, um schnelle Bewegungen scharf zu zeigen. Mit UMTS wird das Mobilfunknetz viel potenter: Statt mit bisher 30 bis 40 Kilobit pro Sekunde über GPRS sind mit UMTS Übertragungsraten von bis zu 384 KBit/s möglich. Dies bietet ganz neue Möglichkeiten wie beispielsweise Fernsehen am Handy. Ist das die Zukunft? «Nur teilweise», sagt Schloter. Zwar reiche die Bandbreite für die Übertragung von TV oder Videos in einer vernünftigen Qualität. Wenn aber 20 Leute gleichzeitig in einem Raum seien, sei die Kapazität ungenügend.Am Anfang werde das UMTS-Netz nur zu einem kleinen Teil ausgelastet sein. Aus diesem Grunde sei es nicht ausgeschlossen, dass die Swisscom noch in diesem Jahr mit Vollfernsehen starte, sagt Schloter. Später müsste mit steigender Kundenzahl allerdings das Angebot gedrosselt werden. Die Entwicklung müsse dann in Richtung kurze Inhaltsstücke gehen. So könnten für einige Franken eine Zusammenfassung der Tore eines Fussballspiels oder der Beginn eines Formel-1-Rennens heruntergeladen werden. «Da fehlen derzeit noch die Anbieter», sagt Schloter. Marktstudien hätten aber gezeigt, dass eine deutliche Mehrheit der Kunden Vollfernsehen will. Dafür brauche es allerdings höhere Netzkapazitäten.

TV-Sendemasten nötig

7Statt der für die Zweiweg-Kommunikation ausgelegten UMTS-Antennen müssen richtige TV-Sendemasten her. Digitales Fernsehen, welches normale TV-Geräte «aus der Luft» mit einer Dach- oder Zimmerantenne empfangen können (DVB-T), gibt es in der Schweiz derzeit erst im Engadin, Tessin und im Wallis. Diese zwölf Sendemasten senden derzeit Bilder in einer Qualität, die für TV-Geräte in Wohnzimmern gemacht ist. Für die heutigen Handys sind die Bilder rund 20-mal zu «fett». Auch die Frage der Verschlüsselung sei noch nicht gelöst und leistungsfähige Endgeräte fehlten, sagt Giovanni Conti von der Swisscom.Im nächsten Jahr wolle die Swisscom einen Pilotversuch mit digitalem TV für Handys (DVB-H) starten, sagt Conti. Dann werde man sehen, ob alle Mitspieler wie Inhaltsanbieter oder Endgerätehersteller mitzögen. Denn es geht um viel Geld: Alleine die Swisscom müsste ein paar hundert Millionen Franken investieren, um in der Schweiz flächendeckend DVB-H ausstrahlen zu können. Frühestens in drei Jahren sei mit einem Start des Massenmarkts zu rechnen.

Start von «Thurvision» erfolgt nach einer Testphase im nächsten Frühling

Auftakt für digitales Fernsehen

digital-cluster-2Nach aufwendigen Ausbauarbeiten in der Kopfstation des Kabelnetzes starteten die Technischen Betriebe Wil am Dienstag mit einem ausgewählten Fachpublikum und Vertretern der belieferten Kabelnetze ihr neuestes Produkt «Thurvision».

Digitales Fernsehen besticht durch eine bessere Bild- und Tonqualität, mehr Programmangebote und neue interaktive Möglichkeiten. Die digitalisierte Übertragungstechnik ermöglicht zudem die Verschlüsselung von einzelnen Programmen und damit letztlich die individuelle Abrechnung, im Extremfall bis zum System «Pay-per-view» (der Kunde zahlt nicht mehr pauschal, sondern nur die effektiv benutzen Empfangsminuten). Darüber hinaus öffnet sich ein breites Spektrum von weiteren Möglichkeiten und Systemdienstleistungen.

Basispaket

2Weitere Vorteile von digitalen Inhalten sind Filme ohne Unterbrecherwerbung und die Zusammenstellung neuer Programminhalte, die je nach Zielgruppe, Bedürfnis und Sprache gebündelt werden können. «Thurvision» bietet auf der Grundplattform eine Vielzahl von Fernseh- und Radioprogrammen und in separaten Zusatzpaketen weitere Spartenprogramme – so zum Beispiel in den Bereichen Unterhaltung, Wissen und Sport – sowie auch verschiedene fremdsprachige Angebote. Im Basispaket ist die Miete einer Set-Top-Box für Empfang und Entschlüsselung der Signale eingeschlossen.

Dreifachnutzung

An der Startveranstaltung von «Thurvision» konnte auch die Telefonie über das Wiler Kabelnetz erfolgreich präsentiert werden. Diesen Bereich werden die TBW in naher Zukunft ebenfalls erschliessen, sodass eine sinnvolle Dreifachnutzung (Radio/TV, Internet und Telefonie) über das gleiche Kabel der TBW möglich wird.

Operativer Start im Frühjahr

4Die neuen digitalen Möglichkeiten stellen die Technischen Betriebe Wil vor neue Herausforderungen, nicht nur im technischen Bereich, sondern auch in der Vermarktung. Ähnlich wie bei der Einführung des Internets müssen die potenziellen Kunden von den Möglichkeiten der neuen Technologie überzeugt werden. Es bedarf nun vieler Kreativität, guter Programmpakete, attraktiver Abrechnungsmodelle und einer überzeugenden Kommunikation des verfügbaren Mehrwertes, um die Digitalisierung voranzubringen. Von den erfolgreichen Marketinganstrengungen wird letztlich der wirtschaftliche Erfolg der getätigten grossen Investitionen abhängen, denn die Swisscom steht als mächtige Mitbewerberin ebenfalls in den Startlöchern.Der operative Start für die Signalkunden in Wil wird nach Abschluss der internen Testphase im nächsten Frühjahr erfolgen. Die TBW informieren alle Fachhändler und Signalkunden des Kabelnetzes zu Beginn des Jahres 2005 detailliert über die neuen Digitalangebote.

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